(Gefunden im Erlebt-Blog.)
Promovieren ist schön
Akademische Suchmaschinenoptimierung: Was Wissenschaftler von Webmastern lernen können
Wie kann man bewirken, dass die eigenen Forschungsergebnisse im Internet besser gefunden werden? Dies ist wichtig für die Sichtbarkeit der eigenen Arbeit und die Zitationshäufigkeit. Jöran Beel hat diese Frage zusammen mit seinen Kollegen Bela Gipp und Erik Wilde wissenschaftlich untersucht und stellt die Ergebnisse in einem Gastbeitrag vor::
Wissenschaftler sind faszinierend. Sie investieren Wochen, Monate, ja manchmal sogar Jahre in die Erstellung eines wissenschaftlichen Artikels, zahlen oftmals Hunderte Euro um diesen Artikel dann auf einer Konferenz präsentieren zu dürfen und dann? Dann wenden sie sich dem nächsten Artikel zu, und hoffen, dass ihre alten Artikel von irgendjemandem gelesen und im Idealfall auch noch zitiert werden.
Webmaster sind da anders. Jeder, der eine Website erstellt und diese halbwegs ernsthaft betreibt, hat sich schon einmal Gedanken über „Suchmaschinenoptimierung“ gemacht. Das heißt, er hat sich die Fragen gestellt: Wird meine Webseite eigentlich von Google gefunden? Und indiziert? Und wenn jemand bei Google nach dem Stichwort XYZ sucht, steht meine Seite dann ganz oben in der Ergebnisliste? Und wenn nicht, wie kann ich das ändern? Im Internet gibt es eine riesige Community, die sich mit diesen Fragen beschäftigt (Stichwort SEO, Search Engine Optimization).
Wissenschaftler könnten hier viel von Webmastern lernen. Schließlich nutzen viele Wissenschaftler akademische Suchmaschinen wie Google Scholar für Ihre Literaturrecherche – manche gehen gar nicht mehr in die Bibliothek. Das heißt, Paper die nicht in Google Scholar, CiteSeer, etc. gelistet sind, existieren für manche (viele?) Wissenschaftler gar nicht. Dementsprechend sollten sich Wissenschaftler ebenfalls die Fragen stellen: Wird mein Paper eigentlich von Google Scholar gefunden? Und indiziert? Und wenn jemand bei Google Scholar nach dem Stichwort XYZ sucht, steht mein Paper dann ganz oben in der Ergebnisliste? Und wenn nicht, wie kann ich das ändern?
Zusammen mit zwei Kollegen habe ich im letzten Jahr Google Scholar untersucht, um herauszufinden, wie Google Scholar wissenschaftliche Artikel für eine Stichwortsuche rankt. Die Ergebnisse wurden diesen Monat in unserem Paper „Academic Search Engine Optimization (ASEO): Optimizing Scholarly Literature for Google Scholar and Co.“ im Journal of Scholarly Publishing veröffentlicht (vol. 41, no.2). Die wichtigsten Ergebnisse wollen wir hier vorstellen.
Bevor man überhaupt anfängt zu schreiben, muss man sich im Klaren darüber sein, für welche Stichworte inkl. möglicher Synonyme der Artikel optimiert werden soll. Es gibt viele Tools die einem helfen passende Stichworte zu finden, z.B. Google Trends, Google Insights, Google Adwords, Google Keyword Tool und Spacky.
Die wichtigsten Stichworte sollten dann möglichst oft im Artikel erwähnt werden und auch im Abstract und Titel. Außerdem sollte mindestens jedes mögliche Synonym mindestens einmal im Artikel irgendwo erwähnt werden. Es liest sich vielleicht nicht ganz so gut wenn man beispielsweise einmal „Research Article“ und einmal „Scientific Article“ schreibt aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit später bei Google Scholar gefunden zu werden.
Bei der Angabe von Namen, insbesondere seines eigenen, sollet man konsistent sein falls es verschiedene Möglichkeiten gibt den Namen zu schreiben. In meinem Fall sollte man also immer „Jöran“ schreiben und nicht ab und zu „Joeran“ (falls es gerade kein Ö auf der Tastatur gibt) oder „Joran“. Anderenfalls wird Google Scholar Schwierigkeiten haben die Namen zu identifizieren und Zitationen richtig zuzuordnen.
Der wichtigste Faktor für ein gutes Ranking bei Google Scholar sind Zitationen. Das heißt, wann immer es passt, sollte man seine eigenen Arbeiten zitieren. Google Scholar unterscheidet nämlich nicht zwischen Selbstzitationen und Zitationen von Dritten. Sprich, jede Referenz erhöht das Ranking (natürlich sollte man nicht jeden x-beliebigen Artikel von sich zitieren, das versteht sich von selbst). Es kann auch nicht schaden in der Referenzliste bei den eigenen Artikeln anzugeben wo diese heruntergeladen werden können. Unter Umständen nutzen akademische Suchmaschinen diese Links und auch wenn nicht, hilft dies zumindest den Lesern.
Ein Punkt, über den sich unserer Erfahrung nach die Wenigsten Gedanken machen sind Grafiken und Tabellen. Oftmals enthalten Grafiken und Tabellen wichtige Schlüsselwörter aber werden als normale Grafik eingefügt (z.b. JPEG, GIF, PNG oder BMP). Das Problem ist, dass Google Scholar „normale“ Grafiken nicht indiziert. Es ist also sehr wichtig, dass Grafiken und Tabellen als normaler Text oder Vektorgrafik eingefügt werden. Nur so kann Google Scholar den Inhalt verstehen und den Artikel für entsprechende Suchen in der Ergebnisliste anzeigen.
Schließlich muss der Artikel von Google Scholar gefunden werden können. Wurde er bei einem bekannten Publisher (z.B. IEEE oder ACM) veröffentlicht, wird Google Scholar automatisch den Artikel vom Publisher erhalten. Kooperiert der Publisher nicht direkt mit Google Scholar, ist die einfachste Möglichkeit, den Artikel später aus einem anderen Artikel heraus zu zitieren der bei Google Scholar indiziert ist. In jedem Fall sollte der Volltext des Artikels auch im Internet veröffentlicht werden, beispielsweise auf der eigenen Homepage oder der Institutswebseite. Nur so kann Google Scholar den Volltext indizieren und darauf verlinken. Zwar verlinkt Google Scholar auch PDFs z.B. von ACM oder IEEE aber diese können in der Regel nur gegen Gebühr heruntergeladen werden. Wenn man also möchte, dass möglichst viele Leute einen Artikel lesen, sollte dieser als PDF frei verfügbar im Internet sein (natürlich muss man aufpassen, dass der eigentliche Publisher diese Praxis auch erlaubt). Es kann auch helfen den Artikel bei den verschiedensten sozialen Netzwerken hochzuladen. Zum Beispiel hat Google Scholar in Experimenten von uns Artikel indiziert die auf www.academia.edu hochgeladen waren obwohl diese Artikel Google Scholar vorher unbekannt waren.
Zu guter Letzt bietet Google Scholar eine sehr interessante Funktion. Wenn Google Scholar zwei PDFs von dem gleichen Artikel findet und diese PDFs sich leicht unterscheiden, indiziert Google Scholar beide PDFs so, als wären sie ein PDF. Das heißt, wenn man irgendwann feststellt, dass einige wichtige Stichworte in einem bereits veröffentlichten Artikel fehlen, dann könnte man eine modifizierte Version im Internet veröffentlichen und wenn Google Scholar dieses PDF indiziert hat würde der (alte) Artikel zu diesen Wörtern gefunden. In wieweit dies dem Wissenschaftskodex entspricht, wäre – unserer Meinung nach – höchste Zeit zu diskutieren. Wir halten es für sinnvoll, sofern der modifizierte Artikel als solcher gekennzeichnet wird.
Mehr Informationen können in den folgenden Artikeln gefunden werden, die alle zum Download auf http://www.sciplore.org/publications_en.php angeboten werden.
Jöran Beel, Bela Gipp, and Erik Wilde. Academic Search Engine Optimization (ASEO): Optimizing Scholarly Literature for Google Scholar and Co. Journal of Scholarly Publishing, 41 (2): 176–190, January 2010.
Jöran Beel and Bela Gipp. Google Scholar’s Ranking Algorithm: The Impact of Citation Counts (An Empirical Study). In André Flory and Martine Collard, editors, Proceedings of the 3rd IEEE International Conference on Research Challenges in Information Science (RCIS’09), pages 439–446,
Jöran Beel and Bela Gipp. Google Scholar’s Ranking Algorithm: An Introductory Overview. In Birger Larsen and Jacqueline Leta, editors, Proceedings of the 12th International Conference on Scientometrics and Informetrics (ISSI’09), volume 1, pages 230–241, Rio de Janeiro (Brazil), July 2009.
Jöran Beel and Bela Gipp. Google Scholar’s Ranking Algorithm: The Impact of Articles’ Age (An Empirical Study). In Shahram Latifi, editor, Proceedings of the 6th International Conference on Information Technology: New Generations (ITNG’09), pages 160–164, Las Vegas (USA), April 2009.
Neue Gerüchte zum Apple Tablet: spezielle Funktionen für Wissenschaftler
Das ganze Netz schwirrt vor Gerüchten über Apples neues Wundergerät: ein neuartiger Tablet Computer, auch iPad oder iSlate genannt. Während alle Welt vor Vorfreude vibriert, hat scholarz.net aus absolut zuverlässiger Quelle faszinierende neue Details erfahren.
Das iPad wird auch als iResearchPad verfügbar sein und mächtige Sonderfunktionen für Wissenschaftler enthalten.
Die erwartete e-book-reader-Funktion wird einem ermöglichen, alle weltweit verfügbare Literatur ortsunabhängig zu lesen, so dass wir nie wieder in die Bibliothek müssen.
Die aus iTunes bekannt Genius Funktion wird für die Forschung erweitert, so dass Wissenschaftlern automatisch alle für sie relevanten Quellen angezeigt werden. Diese werden dann auf geradezu magische Weise in scholarz.net importiert, zusammengefasst, in Notizen gespeichert und zu relevanten Projekten verlinkt.
Mit wenigen intuitiven Touchscreen-Gesten (Experten sprechen von einer “Vier-Finger-Linkshand-Streichbewegung bei gleichzeitig kreisendem kleinem Finger” der rechten Hand) lassen sich so hochwertige wissenschaftliche Arbeiten in Sekundenschnelle erstellen.
Aber nicht nur die Forschung, auch die Welt der Lehre wird nach der Einführung des iResearchPads nicht mehr dieselbe sein. Dank integrierter Kamera und ständiger Satellitenverbindung kann man in Zukunft Vorlesungen ortsunabhängig halten und besuchen. Dank dem berührungsempfindlichen Display hat man als Dozent überall die Tafel dabei.
Wie es scheint hat Apple mal wieder das Rad neu erfunden. Kein Wunder, dass die ganze (Blog-)Welt verrückt spielt. Wir sind gespannt, welche dieser Gerüchte sich bewahrheiten.
Passed zu dem Hype ein Artikel auf TechCrunch.
10 Schritte Anleitung um Ihre Berufung zu entdecken
Wo liegt meine Leidenschaft? Was ist meine große Fähigkeit? Wie finde ich den Job, der mich erfüllt?
Konfuzius sagte “”Such dir eine Aufgabe, die du liebst und du wirst nie wieder arbeiten müssen.”
Martin Luther prägte den Begriff “Beruf” als Ableitung von dem eigentlich geistlich zu verstehendem Begriff “Berufung”.
Doch wie viele leben im Beruf wirklich ihre Berufung? Zum Ende von Studium und Promotion hin wird dies Frage immer drängender: was will und kann ich wirklich? Wo liegen meine Berufung und Leidenschaft? Bleibe ich an der Uni, gründe ich ein Startup oder bewerbe ich mich lieber in der Verwaltung?
Natürlich kann uns niemand diese Frage abnehmen, aber es gibt Techniken, die einem helfen, dem Kern der Frage näher zu kommen.
1. Worin sind Sie gut?
Jeder Mensch hat Fähigkeiten und Stärken. Jeder hat Situationen erlebt, die er/sie gut gemeistert hat. Das zeigt sich schon in der Kindheit und verfestigt sich nach und nach. Waren Sie ein guter Schreiber, Redner, Zeichner, Organisator, Erklärer, Freund, Handwerker…? Denken Sie mal darüber nach. Nehmen Sie sich mindestens 30 Minuten für diese Frage. Rufen Sie sich möglichst viele Aufgaben ins Gedächtnis, die Sie gut erfüllt haben. Im Arbeitsalltag, Projekten, Ehrenamt und Hobby. Machen Sie eine Liste. Ich bin überzeugt: da wo Ihre Begabung liegt, da liegt auch Ihre Berufung.
Und Achtung: Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel. Viele Menschen denken, dass ihre Fähigkeit nichts besonderes sei. “Das ist doch selbstverständlich, das kann doch jeder.” Dabei übersehen Sie, dass sie genau hier eine Stärke haben.
2. Was fasziniert Sie?
Manchmal packt einen im Alltag eine Begeisterung. Man macht etwas und ist plötzlich Feuer und Flamme. Das können kleine Aufgaben im Arbeitsalltag sein, oder in der Freizeit, oder in Beziehungen. Was waren das für Momente? Bei welchen Tätigkeiten vergessen Sie die Zeit? Nehmen Sie sich wieder eine halbe Stunde und schreiben Sie alles auf.
3. Worüber lesen Sie?
Welche Themen können Sie stundenlang verschlingen? Auf welche Zeitung freuen Sie sich besonders? Worum geht es in den Blogs, die Sie abonniert haben? In welcher Ecke des Buchladens treiben Sie sich immer herum? Schreiben Sie alle Themen auf Ihre Liste.
4. Wovon träumen Sie heimlich?
Vielleicht gibt es irgendeinen verrückten und unrealistischen Traum, irgendeinen ausgefallenen Beruf, der Sie heimlich reizt? Sie wollten schon immer Autor, Künstler, Arzt, Bundeskanzler, Unternehmer, oder sonst etwas sein, aber eine Angst oder ein Selbst-Zweifel hat Sie davon abgehalten? Schreiben Sie den Traum auf Ihre List, egal wie absurd. Auch wenn Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nie BundeskanzlerIn sein werden, so kann der Traum doch ein Fingerzeig sein.
5. Lernen, fragen, notieren
Ok, Sie haben eine Liste. Vielleicht kristallisieren sich schon die ersten roten Fäden heraus. Nehmen Sie sich den Punkt von der Liste, der Sie am meisten begeistert. Jetzt finden Sie alles darüber heraus. Reden Sie mit Leuten, die in diesem Bereich erfolgreich sind: vielleicht über ihren Blog, oder per Mail, oder auf Konferenzen. Finden Sie heraus, welche Fertigkeiten man für diese Tätigkeit benötigt und wie der Alltag aussieht.
6. Experimentieren, ausprobieren
Machen Sie etwas in dem Bereich, der Sie fasziniert. Wie fühlt es sich an, wenn Sie es im kleinen ausprobieren? Versuchen Sie etwas Feedback zu bekommen. Aber viel wichtiger: achten Sie darauf, wie es sich anfühlt, wie es Ihnen dabei geht. Freuen Sie sich darauf, reden Sie gerne darüber, sind Sie mit Begeisterung dabei?
7. Dinge eingrenzen
Wiederholen Sie die Schritte 5 & 6 mit verschiedenen Punkten von Ihrer Liste. Das kann ein paar Monate dauern. Dann fragen Sie sich:
Bei welcher Tätigkeit war ich mit der größten Begeisterung bei der Sache? Aus welcher dieser Dinge kann ich etwas ableiten, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen könnte? Wofür würden die Menschen zahlen? Was könnten Sie sich vorstellen, mehrere Jahre lang zu machen? Wählen Sie eine Aufgabe und wagen Sie die Schritte 8-10.
8. Die Furcht besiegen
Dies ist für die meisten die größte Hürde. Sicherheitsdenken, Selbstzweifel und die Furcht vor dem Scheitern. Aber sie sind überwindbar. 1. Anerkennen und benennen Sie alle Ängste. 2. Schreiben Sie jeden Zweifel auf, um ihn zu externalisieren. 3. Akzeptieren Sie ihn. Es ist keine Schande, Angst zu haben. Die hat jeder vernünftige Mensch. 4. Malen Sie sich das Schlimmste aus, was passieren könnte. Was ist der Worst Case? Meistens ist er nüchtern betrachtet gar nicht so dramatisch. 5. Unternehmen Sie die ersten Schritte. Machen Sie so kleine Schritte wie möglich, freuen Sie sich über alles, was passiert. Feiern Sie jeden noch so kleinen Erfolg.
9. Zeit nehmen
Sie haben nicht die Zeit ihrer Berufung zu folgen? Verdammt, dann nehmen Sie sich die Zeit! Wenn Ihnen etwas wirklich wichtig ist, dann können Sie es auch einrichten. Machen Sie es zu einer Priorität. Stehen Sie eher auf, machen Sie es in der Mittagspause, oder am Wochenende. Wahrscheinlich müssen Sie dafür etwas anderes aufgeben, aber “wat mutt, dat mutt.”
10. Den Lebensunterhalt verdienen
Bei aller Begeisterung: man muss auch davon leben können. Das wird nicht über Nach passieren. Sie müssen anfangen, gut darin werden, mit Leidenschaft bei der Sache sein. Das kann Monate, sogar Jahre dauern, aber es macht ja auch Freude. Nach und nach können Sie einen Weg finden davon zu leben. Überlegen Sie sich: wofür wären die Leute bereit zu zahlen? So kann aus dem Hobby ein Nebeneinkommen werden, und daraus ein Lebensunterhalt.
Viele von uns stehen noch relativ am Anfang unserer Laufbahn. Das macht es leichter. Trotzdem braucht es eine Menge Mut, seine Entscheidungen nach den Kriterien Berufung, Begabung, Leidenschaft auszurichten. Aber wenn ich mich so umsehe, komme ich zu der Überzeugung dass es sich lohnt. Es scheinen die glücklicheren Menschen zu sein, die diesen Weg gegangen sind.
(Inspiriert durch und angelehnt an “The Short but Powerful Guide to Finding Your Passion” auf “Zen Habits“.)
Uni-News: Vergeudete Kompetenzen, Familiengerechte Universität und Früherkennung von Krankheiten
Die meisten Leser und Nutzer von scholarz.net haben viel Energie in ihre Ausbildung gesteckt. Nun stellen Sie sich vor, Sie müssen umziehen, und plötzlich war alles wertlos. Ein Bekannter von mir hat eine Iranerin mit abgeschlossenem Hochschulstudium geheiratet. Sie freute sich auf Ihre neue Heimat und wollte sich hier gut integrieren. Nach 2-jährigem Bürokratiekrieg gilt Sie offiziell als Inhaberin eines Qualis (Hauptschulabschluss) und ist reichlich desillusioniert. So geht es vielen Zuwanderern. Ich will hier nicht laxen Einwanderungsbestimmungen das Wort reden, aber wir Menschen ins Land lassen, dann müssen wir ihnen auch die Chance geben, ihre Fähigkeiten einzubringen und ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zu dem Thema hat das IAQ an der Universität Duisburg-Essen eine Studie veröffentlicht.
Die HU Berlin wurde als familiengerechte Hochschule zertifiziert. Sie erhält damit die Anerkennung für ihre langjährigen Bemühungen, Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu entwickeln. Dafür müssen familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen geschaffen werden. Dazu gehören zum Beispiel die Erweiterung der familienfreundlichen Infrastruktur an der Universität durch die Einrichtung zusätzlicher Spielecken und Aufenthaltsbereiche, die Einrichtung einer Servicestelle für die familienbezogene Beratung sowie die Erleichterung der Studienorganisation für Studierende mit familiären Aufgaben. Find ich klasse.
Einmal zum Blutabnehmen, eine Urinprobe, und alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen sind erledigt – das ist die Vision, die hinter dem neuen Europäischen Proteinforschungsinstitut PURE (Protein Research Unit Ruhr within Europe) steht. Hier arbeiten Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen Hand in Hand, um krankheitsanzeigende Proteine zu entdecken. Wäre super wenn sie ihr Ziel erreichten.
Bankenkrise in Uni-Zahlen ausgedrückt
178.571 Bachelors, 19.230 Promotionen oder 15.000 Lehrstuhljahre. Soviel hat die Rettung der Kärntner Bank Hypo Group Alpa Adria gekostet. So hat Professor Bry die Zahl von 3,75 Milliarden Euro, die man in den Nachrichten hört, übersetzt. Das ist verrückt, wenn man überlegt, wie an den Unis überall gespart wird.
Details finden sich im Erlebt-Blog.
Wissenshirtz: Luthers 95 Thesen
An die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine Kritik. Er kritisierte vor allem die damalige Handhabe mit den Ablassbriefen der römisch-katholischen Kirche. Kurz nach Veröffentlichung sorgten sie für eine öffentliche Diskussion im ganzen Reich.
Luther ahnte nicht welche Revolution er auslösen sollte. Bereits zuvor war in der Bevölkerung die Reformbedürftigkeit der Kirche ersichtlich. Seine Thesen waren der Auslöser für die Bewegung der Reformation. Eigentlich nur für Theologen gedacht, verselbständigte sich die Diskussion in der ganzen Bevölkerung. Nach Ketzerprozess und Kirchenbann folgte Jahre später die Spaltung der abendländischen Kirche.
Für alle Protestanten und Theologie-Studenten gibt es die Kernbegriffe der 95 Thesen nun als Tag-Cloud-T-Shirt.
Online-Schulung für “scholarz.net”
Wir waren schon an etlichen Universitäten um Schulungen für scholarz.net zu halten (die nächste ist übrigens am 16.12. um 18.00 Uhr in Bamberg). Wenn Sie bisher nicht das Glück hatten, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit, sich eine Online-Schulung anzusehen.
Die Schulung wurde für das Institut für Wissensmedien gehalten, dauert etwa 45 Minuten und erklärt die Grundfunktionen von scholarz.net.
Hier geht es zu der Webpräsentation.
Interessanter Vortagsstil – Ein unkonventioneller Weg eine spannende Präsentation zu halten
Gute Präsentationen halten ist eine Kunst. Bestimmt kennen viele die klassischen Ratschläge wie
- KISS – Keep It Straight and Simple. Nur eine Botschaft pro Folie. Nicht mehr als vier Worte pro Zeile, nicht mehr als sechs Zeilen pro Folie. oder
- Die 10–20–30-Regel: nie mehr als 10 Folien, nicht länger als 20 Minuten und eine Schriftgröße von mindestens 30-Punkt.
Einen ganz anderen Weg geht Dick Hardt, Gründer von Sxip. Er hat einen einzigartigen Vortragsstil, bei dem jeder Satz, oft sogar jedes Stichwort eine eigene Folie bekommt. Manche finden das faszinieren, einprägsam und amüsant, andere anstrengend und nervig.
Auf jeden Fall ist es eine Leistung, 250 Folien für eine 15-Minuten Präsentation zu verwenden. Sehen Sie selbst:
Das wäre doch mal was für Ihren nächste Konferenz-Vortrag, oder?
Was stach diese Woche aus den Pressemeldungen der Universitäten hervor?
Die Studentenproteste wollen wir heute außen vor lassen, aber es fällt auf, dass es immer mehr Gespräche mit Präsidenten und Ministern gibt. Die Ausdauer scheint sich zu lohnen. Daneben fand ich interessant:
In Freiburg gibt es seit 5 Jahren ein “Uniseum“, ein Schaufenster der Universität, Ort der Begegnung, Einrichtung für vielfältige Lehrveranstaltung und darüber hinaus auch Museum. Das Konzept scheint erfolgreich zu sein und das wird demnächst gefeiert.
Wer zu viel vor dem Computer sitzt (z.B. um Blogs zu lesen oder schreiben) und auf sein Gewicht achten muss, der wird sich für eine Entdeckung an der Uni Bonn interessieren: nicht alles Fett ist schlecht, braune Fettzellen lassen den Leibesumfang schmelzen.
Die FU Berlin schreibt acht Doktorandenstipendien der Berlin Graduate School for Transnational Studies aus.
An der Universität Duisburg-Essen wird ein neues Prämiensystem für Kfz-Versicherungen erforscht. Keinen Pauschalbeitrag mehr, sondern eine Gebühr nach dem persönlichen Fahrverhalten.
In München gibt es eine neue Lernfabrik. Das nach eigenen Angaben weltweit einmalige Aus- und Weiterbildungsangebot beschäftigt sich mit Energieproduktivität. Es soll Unternehmen helfen, Energiekosten um 30% zu senken, um so Geld zu sparen und die Umwelt zu schützen.



