Literaturverwaltung ist nur Mittel zum Zweck. Ich will die Ideen und Daten, die ich in meine Arbeit einbaue, gut belegen können. Viel wichtiger ist die Frage, wie ich all die Geistesblitze, Zitate, Grafiken, Formeln und Exzerpte zielgerichtet in meine Forschung einbauen kann, um meine Forschungsprojekte voranzubringen. Ich will all mein Wissen fruchtbar machen, für meine Doktorarbeit, Forschungspaper oder Diplom-, Magister oder Masterarbeit.
Die Letzten Tage haben wir einige Importmöglichkeiten für Zitationen und Literaturangaben vorgestellt. Klassische Literaturverwaltungsarbeit. Aber Literaturverwaltungen gibt es schon wie Sand am Meer, einige davon in diesem speziellen Bereich auch deutlich besser als scholarz.net. Bei scholarz.net geht es im Kern nicht um Literaturverwaltung, das ist nur der Einstieg und der Anfang des “Workflows”. Eigentlich geht es darum, mit scholarz.net sein Wissen besser zu organisieren und dadurch viel besser einzusetzen. Im Kern geht es um die Frage: Wie kann ich all die tausend Informationen, die ich Laufe der Zeit sammle, gewinnbringent und effizient für meine Forschung einsetzen?
Dafür haben wir einen einzigartigen neuen Ansatz entwickelt: die mehrdimensionale, nicht-hierarchische Wissensorganisation. Die folgende Grafik wirkt zwar auf den ersten Blick etwas verwirrend (jemand hat sie mal als LSD-Kugel verspottet
), erklärt aber den Kern ganz gut. Außerdem haben wir sie ja ausführlich erklärt.
Der Nutzer erfasst Informationen (Zitate, Grafiken, Exzerpte,…) in Notizen. (Lila Blöcke)
Diese werden mit Tags beliebigen Bereichen zugeordnet.
Beispiel: Notiz 1 ist eine Zusammenfassung eines Kapitels von Quelle I. Diese Information soll in Projekt A verwertet werden und gehört thematisch zu Schlagwort X.
Je nach Darstellung sieht man
•den Inhalt einer Quelle (Notiz 1 & 2 bei Quelle I)
•alle Informationen, die man in einem Projekt verarbeiten möchte (Notiz 1 & 3 in Projekt A)
•oder quer durch alle Daten hindurch, sämtliche Informationen zu einem Thema (Notiz 1 & 4 bei Schlagwort Y).
Welche Vorteile bringt das beim wissenschaftlich Arbeiten?
Wenn man eine Arbeit schreibt, beginnt man meist, indem man ein paar Quellen liest, um einen Überblick zu bekommen. Dann fängt man an zu schreiben. Und schon beginnt das Suchen: Wo stand noch mal dieses Zitat? Wie wollte ich diese Aussage noch mal belegen? Hatte ich da nicht noch eine Idee für dieses Kapitel? … Ich, zum Beispiel, habe früher immer meine Zusammenfassungen in Word Dateien angelegt. Und beim Schreiben habe ich dann die ellenlangen Texte durchgescrollt, auf der Suche nach den Informationen.
Mit scholarz.net hingegen, kann man die relevanten Informationen direkt beim Lesen dem jeweiligen Projekt zuordnen (kinderleicht per Drag&Drop), auf Wunsch sogar der richtigen Stelle, z.B. einem bestimmten Kapitel. Wenn man das Schreiben anfängt, hat man alles an Ort & Stelle und muss seinen Text nur noch runterformulieren. Kein Suchen, kein Blättern, kein Scrollen, kein Datenchaos. Und man vergisst auch keine Ideen oder Quellen mehr.
Andere Situation: man möchte einen neuen Text zu einem Thema schreiben, zu dem man früher schon mal Quellen recherchiert hat. Mit scholarz.net nur noch die halbe Arbeit: Man lässt sich alle Informationen zu einem Schlagwort/Thema anzeigen und ordnet alles Relevante dem neuen Projekt zu. Schon kann man das Schreiben anfangen, und hat auch alle Quellenangaben parat.
Oder man will wieder sehen, was alles in einer Quelle steht. – Dann wählt man einfach wieder die Quellenansicht und sieht, welche Informationen man gespeichert hat. Man sieht übrigens auch, welchen Themen und Projekten man diese Daten zugeordnet hat.
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Juli 14th, 2009 - 08:03
[...] Mehr als nur Literaturverwaltung – und warum das so wichtig ist « scholarz.blog "Literaturverwaltung ist nur Mittel zum Zweck. Ich will die Ideen und Daten, die ich in meine Arbeit einbaue, gut belegen können. Viel wichtiger ist die Frage, wie ich all die Geistesblitze, Zitate, Grafiken, Formeln und Exzerpte zielgerichtet in meine Forschung einbauen kann, um meine Forschungsprojekte voranzubringen. Ich will all mein Wissen fruchtbar machen, für meine Doktorarbeit, Forschungspaper oder Diplom-, Magister oder Masterarbeit." Gute grafische Darstellung, welchen Zweck die Literaturverwaltung hat. (tags: posting Literaturverwaltung wissensorganisation 07/2009 2009) [...]
Juli 14th, 2009 - 12:21
Interessanter Ansatz!
Es wäre cool, wenn ihr im Laufe der Zeit mal Testimonials vorstellt und deren Projekte. Denn in der Theorie hört sich das natürlich klasse an, aber ob es in der Praxis dann auch wirklich im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit genutzt wird, muss sich ja erst einmal zeigen.
Denn ich glaube dass vielen Leuten auch z.B. Citavi ausreicht.
Wenn ich an mich selber denke:
Ich nutze für meine Magisterarbeit ein persönliches Wiki (Confluence), welches ich ebenfalls mit Tags verschlagworten kann. Im Grunde die gleiche Funktionalität, nur dass ich halt nicht die Möglichkeit habe, es mit einer ganzen Community zu teilen.
Eventuell ist ein großer Mehrwert auch der, dass gerade Forscher, welche oft Papers usw zusammenschreiben, auf diese Weise ihre Literatur zusammen verwalten können? Das kann ich als kleiner (hoffentlich bald) Magister Artium leider nicht so einschätzen, da ich nicht weiß, wie solche kooperativen Publikationen ablaufen, aber es wäre gerade deshalb wie gesagt mal interessant ein paar Testimonial-Stories zu hören.
Keep on the good work,
Stefan
Juli 14th, 2009 - 14:42
Hallo Stefan, gute Idee, ich werde mich mal sehen ob ich ein paar sammeln kann.
zu Citavi: ein klasse Programm, das ich sehr schätze. Wenn du nur ein Projekt hast, das du alleine, von nur einem Computer aus bearbeitest, dann mag es reichen. In den anderen Fällen ist scholarz.net überlegen. Du kannst Notizen mit mehr als einem Projekt verlinken, hast die Daten überall verfügbar, usw.
Auch ein eigenes Wiki ist nicht schlecht, aber weniger effizient als scholarz.net: bei dem Wiki kannst du nicht die einzelnen Informations-Bausteine gezielt anderen Ordnern zuweisen. Du hast einfach nur einen langen Text.
Schließlich die Zusammenarbeit: das ist natürlich ein ganz wichtiger Punkt. Forschungsgruppen und Lehrstühle können natürlich viel einfacher und effizienter zusammenarbeiten, wenn sie scholarz.net verwenden. Aber das ist nicht der Kern. Auch wenn ich der einzige Mensch wäre, der scholarz.net verwendet, ich würde es trotzdem nutzen, weil es keine vergleichbare Möglichkeit gibt, sein Wissen zu organisieren.
Viele Grüße
Daniel
Juli 14th, 2009 - 15:17
Schön dass du von eurem projekt so überzeugt bist, enthusiasmus ist immer gut und die anwendungsmöglichkeiten super sinnvoll.nur eine kleine anmerkung: confluence bietet als wiki lösung auch einzelne bereiche was in etwa den von dir angeführten ordnern entspricht. es gibt auch to do listen etc. confluence ist als personal edition auch kostenlos verfügbar.evtl kann man sich da ja nochmal inspirieren lassen
Juli 14th, 2009 - 16:10
Februar 23rd, 2010 - 07:05
[...] Mehr als nur Literaturverwaltung – und warum das so wichtig ist Literaturverwaltung ist nur Mittel zum Zweck. Ich will die Ideen und Daten, die ich in meine Arbeit einbaue, gut belegen können. Viel wichtiger ist die Frage, wie ich all die Geistesblitze, Zitate, Grafiken, Formeln und Exzerpte zielgerichtet in meine Forschung einbauen kann, um meine Forschungsprojekte voranzubringen. (tags: literaturverwaltung scholarz.net theorie wissenschaftliches_arbeiten 07/2009 2009) [...]