Ein Großteil unseres Arbeitslebens findet auf dem Computer statt und ein Großteil unserer Ergebnisse liegen auf der Festplatte. Datenverlust ist eine Katastrophe und Festplatten sind weit weniger zuverlässig als man oft meint. In meinem Bekannten- und Kollegenkreis könnte ich auf Anhieb 3 Leute nennen, die auf die ein oder andere Art ihre kompletten Daten und Monate an Arbeit verloren haben. Einer wurde der Laptop geklaut, einer hat seine Festplatte neue formatiert und einem ist die Hardware abgeraucht.
Eine gute Backupstrategie ist ein unverzichtbarer Bestandteil solider Forschungsarbeit. Richtig eingefädelt, bringt sie, neben der Sicherheit, sogar noch eine Reihe weiterer Vorteile.
Natürlich beziehe ich mich bei den Backup-Überlegungen nur auf lokal gespeicherte Daten. Wer eine online Software wie “scholarz.net” nutzt muss sich für diese Daten keine Gedanken machen: alle Daten liegen gespiegelt auf zwei Platten gleichzeitig (”Raid-System”) und werden täglich gesichert. Das gilt für alle Projekte, Quellen, Notizen und hochgeladenen Dateien. Alle sicher und ortsunabhängig verfügbar.
Aber wie kann man für die lokal gespeicherten Daten die gleiche Sicherheit erreichen? Ich muss gestehen: was meine Daten anbelangt bin ich etwas paranoid. Ich will mich schützen vor einem Hardware-Defekt, versehentlicher Löschung und Diebstahl. Ach ja: und was wenn mein Haus abbrennt? Ich fahre daher eine mehrstufige Strategie:
1. Lokales Backup der kompletten Festplatte
Externe Festplatten sind heute wirklich spottbillig. 1TB gibt es inzwischen für unter 100 Euro. Als Mac User habe ich es natürlich leicht, ich lasse einfach das automatische System-Backup “Time Machine” laufen. Für Windows gibt es natürlich auch jede Menge guter Lösungen, u.a. wird SyncBack empfohlen.
Damit habe ich all meine Daten doppelt. Wenn meine interne Festplatte den Geist aufgibt, oder ich aus Versehen Daten lösche, ist dennoch nichts verloren.
Wenn man ganz paranoid ist, kann man sich auch ein privates Raid-Backup-System bauen: dann werden die Daten vom Computer auf eine externe Platte gesichert, und von dieser auf eine zweite gespiegelt. Wenn also die interne Platte kaputt geht und obendrein eine externe beschädigt ist, dann hat man noch was in der Hinterhand. Ich halte das jedoch für etwas viel des Guten.
2. Online-Backup der wichtigsten Daten
Meine wichtigsten Arbeitsdaten schütze ich zusätzlich durch ein online Backup. Selbst wenn das Haus abbrennt, oder eine Stromspitze sämtliche lokalen Festplatten lahm legt, die Daten sind sicher. Ich verwende hierfür die Dropbox, bei der die ersten beiden GB kostenlos sind, und bin wirklich begeistert. Mit der Dropbox schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe: alle Dateien im Dropbox-Ordner werden automatisch mit der Online-Plattform synchronisiert. Wenn man möchte, kann man seinen Account auf mehreren Computern einrichten, dann werden die Dateien auf allen Computern immer auf dem aktuellsten Stand gehalten. Wenn man möchte, kann man sogar einzelne Ordner für andere frei geben, um Dateien gemeinsam zu bearbeiten. Alles automatisch im Hintergrund. Allerdings reicht das Datenvolumen nicht für alle Bilder und Filme. Wer größere Datenmengen online sichern möchte, für den könnte Jungle Disk eine Alternative sein.
3. Ab und an mal alles brennen
Zu guter Letzt gibt es auch noch die gute alte DVD. Alle halbe Jahr brenne ich die gesamte Festplatte, incl. aller Filme, Musik und Photos auf DVDs und deponiere diese dann bei meinen Eltern. Sicher ist sicher und ich würde nur ungern all die schönen Fotos, äh ich meine natürlich Forschungs-Daten verlieren…
Das mag nach viel Aufwand klingen, ist es aber nicht. Einmal eingerichtet, läuft fast alles automatisch im Hintergrund. Nur das Brennen dauert alle halbe Jahr eine Stunde. Man investiert also einmalig etwas Zeit und kann danach beruhigt schlafen. Und wenn dann der selbe Kollege zum zweiten Mal seine Festplatte neu formatiert und dabei alle Daten löscht und immer noch kein Backup hat, kann man sich entspannt zurücklehnen, während alle anderen nervös werden und beunruhigt an ihre ungesicherten Daten denken.




August 13th, 2009 - 18:30
[...] Dieser Dienst wurde auch an anderer Stelle vorgestellt, z.B. bei Weltenkreuzer oder auch bei dem scholarz-Blog. Damit komme ich auch zu meinem nächsten Back-Up: Scholarz. Ich arbeite ohnehin damit und [...]