Der Griff zur “RGG” ist für Theologiestudenten das täglich Brot: Sei es für einen Überblick zur Kanonbildung der christlichen Bibel, sei es zum Einstieg in das Leben und Werk Augustins oder Luthers, sei es zu systematisch-theologischen Fragen wie “Trinität” oder “Erlösung”.

In der vierten völlig neu bearbeiteten Auflage ist das Lexikon das Standardwerk zu allen theologischen Fragen und wichtigen kirchengeschichtlichen Gestalten.

Die Artikel bieten zumeist einen Themen-Zugriff aus den fünf Fachperspektiven “Altes Testament”, “Neues Testament”, “Kirchengeschichte”, “Systematische Theologie” und “Praktische Theologie”.

Vom Umfang her bietet die achtbändige RGG 4 eher übersichtliche Artikel und knappe Literaturangaben, und eignet sich so ideal für den Einstieg und ersten Überblick. Wer darüber hinaus noch tiefergehende Informationen sucht, dem sei zur Ergänzung die Theologische Realenzyklopädie empfohlen. Die TRE (36 Bände!) bringt deutlich ausführlichere Artikel, die an manchen Stellen fast monographischen Charakter haben. Die Literaturverweise sind hier auch deutlich ausführlicher, wenn auch weniger aktuell als in der erst wenige Jahre jungen RGG 4.

Mit der Kombination aus RGG 4 und TRE dürfte jeder interdisziplinäre Quereinsteiger gut beraten sein. Beide Lexika sind auch ohne Probleme in wissenschaftlichen Arbeiten zitierfähig.

Bibliographische Angabe:

Religion in Geschichte und Gegenwart. 4., völlig neu bearbeitete Auflage. Hrsg. v. Hans Dieter Betz. Tübingen 1998-2007.

Theologische Realenzyklopädie. Hrsg. v. Gerhard Krause und Gerhard Müller. Berlin u.a. 1977-2004.

Rezensiert von Alexander Kupsch

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Das goldene Buch umfasst ganze 13 Bände. Die Rede ist vom Historischen Wörterbuch der Philosophie.
Die Philosophie ist die Mutter der Wissenschaften. Sie versucht ihren Kindern in all ihrem Schaffen Sinn zu verleihen. Auch wenn das nicht immer ganz so einfach ist, muss diese Suche doch gewagt werden. Das gilt auch für eine ihrer Töchter: die Rechtswissenschaft. Nach Letztbegründung sehnt sich auch jeder Jurist, nicht nur der Rechtsphilosoph. Denn auch den Positivisten treibt zumindest ein Teil seines Wesens zur Suche nach Gerechtigkeit. Auf diesem Weg begibt man sich in das weite Reich der Philosophie.
Da man das weite Reich nicht vollkommen sichten kann und es sich vor allem nicht bei jeder neuen Frage erobern kann, muss man mit kleinen Tricks arbeiten. Denn Fundstellen sind wie Nadeln im wissenschaftlichen Heuhaufen. Beim Rumwühlen helfen Lexika als Kompass, manchmal sogar als Spürgerät. Für die Philosophie ist dieser Detektor: das Historische Wörterbuch der Philosophie.

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*Das* Nachschlagwerk für die Politikwissenschaft ist in meinen Augen das “Wörterbuch zur Politik” von Manfred G. Schmidt. Auf 825 Seiten erläutert Schmidt in aller kürze Begriffe von “Abberufbarkeit” bis “Zyklische Mehrheit”. Wirklich positiv ist dabei, dass Schmidt bei nahezu jedem Begriff entweder die Grundlagenliteratur nennt, die diesen Begriff gebildet hat, oder auf weiterführende Werke verweist. So hat man einerseits alle Fachbegriffe der Politikwissenschaft kurz und deutlich im Zugriff und gleichzeitig noch Verweise auf vertiefende Literatur. Zumindest bei Politikwissenschaftlern (und solchen, die es werden wollen) sollte das Buch nicht im Regal fehlen. Aber auch jeder andere Politikinteressierte kann hier die Dinge nachschlagen, die anderswo nicht erklärt werden.

Interdisziplinarität ist nicht nur ein Modewort, das in keinem DFG-Antrag fehlen sollte, sondern bis zu einem gewissen Grad Teil einer jeden längeren Forschungarbeit. Oft ist es mir schon passiert, dass ich plötzlich eine Definition oder einen Artikel über einen Begriff aus einem anderen Fachbereich brauchte, sei es Theologie, Rechtswissenschaft, Philosophie oder Informatik. Das Problem dabei: Woher weiß ich, welche Nachschlagewerke in diesem anderen Bereich als “anerkannt” und “zitierfähig” gelten? Und meistens würde ich gerne auch gleich wissen, zu welchem Lexikon ich greifen muss, ohne vorher Stunden mit dem Suchen zu verbringen.

Deshalb möchte ich hier die Post-Serie “Rezensionen interdisziplinär relevanter Lexika und Nachschlagewerke” starten. Dazu brauche ich Ihre Hilfe! Welche Standardlexika gibt es in Ihrem Fachbereich? Welche Nachschlagewerke aus anderen Fächern haben Sie als “fachfremder” schon genutzt und als gut verständlich und interdisziplinär relevant empfunden? Schicken Sie mir einfach eine kurze Rezension des betreffenden Werkes an alex . kluger @ scholarz. net, dann stelle ich Ihren Beitrag als Gastpost ein. Je mehr Rezensionen wir bekommen, desto mehr werden wir alle von anderen Fachbereichen lernen!

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